Beim ersten Öffnen läuft das Garagentor noch von Hand, beim zweiten schon mit dem Antrieb – und beim dritten bleibt es plötzlich kurz vor dem Boden stehen. Solche kleinen Überraschungen gehören zu den Momenten, in denen eine Anleitung nicht nur die Tasten erklären sollte, sondern auch, worauf man beim Einrichten achten muss. Beim Hörmann ProMatic 4 lohnt sich ein ruhiger Start: Ein sauber ausbalanciertes Tor und korrekt gelernte Fahrwege ersparen später viele vermeintliche Elektronikprobleme.
Vor der Programmierung: erst das Tor prüfen
Der Antrieb ist dafür da, ein leichtgängiges Tor zu bewegen, nicht dafür, ein schwergängiges Tor mit mehr Kraft zu überlisten. Kuppeln Sie den Schlitten aus und bewegen Sie das Tor von Hand durch den gesamten Weg. Es sollte sich gleichmäßig öffnen und schließen lassen, ohne an einer Stelle zu klemmen oder deutlich abzusacken. Bleibt es halb geöffnet nicht ungefähr in seiner Position, ist möglicherweise die Federbalance nicht in Ordnung. Das ist eine Aufgabe für einen Fachbetrieb, denn Torfedern stehen unter erheblicher Spannung.
Prüfen Sie außerdem, ob Laufschienen, Rollen und Führung frei von Hindernissen sind. Ein kleiner Stein oder ein verbogener Halter kann später wie ein Fehler des Antriebs wirken. Die mechanischen Endanschläge müssen ebenfalls passend sitzen. Der ProMatic 4 darf ein Tor nicht gegen einen falsch eingestellten Anschlag drücken und dadurch versuchen, den fehlenden Fahrweg mit Kraft auszugleichen.
Bei Montage und Anschluss gilt die Anleitung für genau Ihre Ausführung. Die Arbeiten an der Netzversorgung gehören in fachkundige Hände; vor Arbeiten am Gerät muss die Stromversorgung getrennt sein. Halten Sie auch den Bereich unter dem Tor frei. Während der Lernfahrt bewegt sich das Tor über seinen gesamten Weg, und die Steuerung kann dabei noch nicht so reagieren, wie sie es nach abgeschlossener Einrichtung soll.
Schiene, Schlitten und Notentriegelung verstehen
Der ProMatic 4 überträgt die Bewegung über eine Führungsschiene und einen darin laufenden Schlitten. Vor dem Einlernen muss der Schlitten korrekt mit dem Tor verbunden sein. Achten Sie darauf, dass die Verbindung nicht schräg steht und dass die Schiene nach den Montagevorgaben befestigt ist. Eine schlecht ausgerichtete Schiene fällt manchmal nicht sofort auf; hörbares Ruckeln oder ein unruhiger Lauf zeigt sich dann erst unter Last.
Die Notentriegelung ist kein Zubehör, das man erst im Stromausfall kennenlernen sollte. Sie löst die Verbindung zwischen Antrieb und Tor, damit sich das Tor von Hand bewegen lässt. Prüfen Sie vor der ersten Nutzung, wie sie in Ihrer Garage erreichbar ist. Bei Garagen ohne separaten Zugang kann eine von außen bedienbare Notentriegelung nötig sein. Die passende Lösung hängt von der konkreten Einbausituation ab; eine Schnur, die im Normalbetrieb frei herunterhängt, ist jedenfalls keine gute Alternative.
Fahrweg einlernen, ohne die Anzeige zu erraten
Die Steuerung muss wissen, wo das Tor vollständig geöffnet und geschlossen ist. Dafür wird der Fahrweg eingelernt. Am Antriebskopf befinden sich die Bedienelemente für die Programmierung; die Anzeige und die genaue Tastenfolge richten sich nach der Geräteausführung. Arbeiten Sie deshalb nach der zum ProMatic 4 gehörenden Anleitung und nicht nach einer Tastenkombination für einen älteren ProMatic oder einen SupraMatic. Das Gehäuse und die Menüführung können ähnlich aussehen, die Abläufe sind aber nicht automatisch identisch.
Im Grundsatz versetzen Sie die Steuerung in den Lernmodus und bewegen das Tor mit den vorgesehenen Bedientasten zunächst in die gewünschte Öffnungsrichtung. Sobald die obere Endlage erreicht ist, bestätigen Sie diese entsprechend der Anleitung. Danach wird die Schließposition angefahren und ebenfalls gespeichert. Je nach Programmierablauf führt der Antrieb anschließend Lernfahrten aus, bei denen er den Bewegungsweg und die erforderlichen Kräfte ermittelt. Währenddessen sollten Sie das Tor nicht festhalten oder den Lauf unterbrechen.
Die obere und untere Position verdienen besondere Aufmerksamkeit. Das Tor soll vollständig öffnen, ohne mechanisch hart anzuschlagen. Im geschlossenen Zustand soll es sicher anliegen, aber nicht mit übermäßiger Kraft auf den Boden gedrückt werden. Falls sich der Laufweg als falsch erweist, nicht wiederholt mit Gewalt nachjustieren: Löschen Sie die betreffenden Einstellungen nur nach dem Verfahren im Handbuch und lernen Sie den Weg anschließend erneut ein.
Was die Lernfahrt leistet – und was nicht
Während der Lernfahrt erfasst die Steuerung die Bedingungen, unter denen sich das Tor bewegt. Das ist keine einmalige Reparaturfunktion für ein Tor, das mechanisch schwergängig ist. Ändern sich später Federkraft, Rollenlauf oder Schienenführung, können die früher erlernten Werte nicht mehr zur tatsächlichen Situation passen. Ein Antrieb, der nach einer Wartung plötzlich anders läuft, sollte deshalb nicht einfach auf höhere Kraft eingestellt werden. Zuerst muss geklärt werden, ob sich die Mechanik verändert hat.
Die elektronische Kraftbegrenzung ist ein wichtiger Schutz, aber kein Ersatz für geeignete Sicherheitseinrichtungen und regelmäßige Prüfungen. Je nach Tor, Einbausituation und geltenden Vorgaben können zusätzliche Einrichtungen wie eine Lichtschranke erforderlich oder sinnvoll sein. Zubehör muss mit der Steuerung kompatibel und korrekt angeschlossen sein. Nach dem Anschluss ist die Funktion nach Herstellerangabe zu testen – nicht nur durch einen kurzen Blick darauf, ob eine Kontrollleuchte leuchtet.
Handsender und Funk: sauber zuordnen statt blind kopieren
Der ProMatic 4 verfügt je nach Ausführung über einen integrierten Funkempfänger. Zum Anlernen eines Handsenders wird am Antrieb der entsprechende Lernvorgang gestartet und anschließend die gewünschte Sendertaste betätigt. Welche Taste und welcher Modus verwendet werden, steht in der Anleitung des Antriebs und des Handsenders. Eine Taste kann je nach Zuordnung das Garagentor, eine weitere Funktion oder einen zusätzlichen Empfänger bedienen.
Wenn ein Handsender nicht angenommen wird, prüfen Sie zuerst die Batterie und den Abstand zum Antrieb. Halten Sie ihn beim Anlernen nicht direkt an das Metallgehäuse und starten Sie den Lernmodus nicht mehrfach auf Verdacht: Je nach Menü kann das Löschen oder Überschreiben gespeicherter Daten die Folge sein. Bei einem gebrauchten Antrieb ist es sinnvoll, die gespeicherten Funkcodes nach Herstellervorgabe zurückzusetzen und nur die gewünschten Sender neu anzulernen. So bleibt kein unbekannter alter Handsender aktiv.
| Beobachtung | Was zuerst geprüft werden sollte |
|---|---|
| Tor stoppt an derselben Stelle | Führung, Rollen, Hindernisse und mechanische Leichtgängigkeit |
| Handsender reagiert nicht | Batterie, korrekte Zuordnung und Funk-Lernmodus |
| Tor schließt nicht vollständig | Endlage, Hindernis am Boden und Zustand der Schließkante |
| Unruhiger oder lauter Lauf | Schienenbefestigung, Ausrichtung und Torbalance |
Bedienung im Alltag und sinnvolle Kontrolle
Im normalen Betrieb genügt ein kurzer Impuls am angelernten Handsender oder an einem angeschlossenen Bedienelement. Der Antrieb startet, hält oder kehrt je nach aktuellem Laufzustand und Steuerungslogik um. Lassen Sie das Tor während der Bewegung im Blick, besonders wenn Kinder, Haustiere oder Gegenstände in der Garage sind. Der automatische Ablauf macht die Bedienung bequem, aber nicht unbeaufsichtigt.
Einmal nach der Einrichtung und danach in regelmäßigen Abständen sollte die Bewegung beobachtet werden: Öffnet das Tor vollständig, schließt es ohne Ruckeln, und reagiert es bei einer erkannten Behinderung wie vorgesehen? Für Prüfungen der Kraftbegrenzung und Sicherheitseinrichtungen gelten die Verfahren aus der Herstelleranleitung. Improvisierte Tests mit Händen oder Füßen sind ungeeignet. Bleibt das Tor stehen, reversiert unerwartet oder verändert sich das Laufgeräusch deutlich, ist die Ursache zunächst mechanisch zu suchen.
Wenn etwas nicht stimmt: Einstellungen nicht vorschnell löschen
Ein wiederkehrender Fehler hat oft eine konkrete Ursache. Fährt das Tor nur ein Stück und stoppt dann, kann ein Hindernis im Laufweg liegen oder die Mechanik schwergängig sein. Kehrt es beim Schließen um, prüfen Sie die Schließkante und den Bodenbereich. Reagiert der Antrieb gar nicht, kontrollieren Sie Versorgung, Bediengerät und Anzeige, ohne das Gehäuse unter Spannung zu öffnen. Notieren Sie, was die Anzeige meldet, bevor Sie Einstellungen verändern – diese Information hilft bei der Fehlersuche.
Ein kompletter Reset ist selten der beste erste Schritt. Dabei können gelernte Fahrwege und Funkzuordnungen verloren gehen, während ein klemmendes Tor unverändert bleibt. Wenn das Tor von Hand schwer läuft, ungewöhnliche Geräusche macht oder eine Sicherheitseinrichtung nicht zuverlässig funktioniert, sollte der Antrieb nicht weiter betrieben werden, bis die Ursache geklärt ist.
Eine gelungene Einrichtung merkt man im Alltag kaum: Das Tor bewegt sich ruhig, erreicht seine Endlagen ohne harten Anschlag und reagiert verlässlich auf den Handsender. Gerade deshalb lohnt es sich, bei der ersten Inbetriebnahme nicht durch die Menüs zu eilen. Wer zuerst die Mechanik prüft und anschließend die Schritte für die eigene ProMatic-4-Ausführung befolgt, bekommt nicht nur einen funktionierenden Antrieb, sondern auch ein besseres Gefühl dafür, wann ein verändertes Verhalten Aufmerksamkeit verlangt.
Ein Faible für gemütliche Ecken, natürliche Farben und Möbel mit Geschichte. Beim Einrichten zählt nicht der neueste Trend, sondern das Gefühl, dass ein Raum wirklich zu seinen Bewohnern passt.
