Bei einer selbst gebauten Rundbank entscheidet oft nicht die erste Sitzprobe darüber, ob sie gelungen ist, sondern der zweite Winter. Dann zeigt sich, ob Wasser ablaufen kann, ob die Sitzfläche angenehm breit ist und ob sich die einzelnen Teile noch nachziehen lassen. Bei einer Bank um einen Baum kommt eine weitere Erfahrung hinzu: Der Baum wächst weiter, auch wenn das Holz schon fertig zugeschnitten ist. Deshalb plane ich solche Bänke lieber als mehrere verschraubte Segmente und nicht als starre Konstruktion aus einem Guss.
Eine Rundbank wirkt auf den ersten Blick wie ein kompliziertes Möbelstück. Tatsächlich lässt sie sich mit überschaubarem Werkzeug bauen, wenn man die Geometrie vor dem Sägen klärt. Der wichtigste Schritt ist ein maßstäblicher Plan oder eine Schablone. Wer direkt am Holz „nach Gefühl“ anzeichnet, bekommt meist keinen gleichmäßigen Sitzring – und muss die Abweichungen später mit breiten Fugen kaschieren.
Zuerst festlegen, wie die Bank genutzt werden soll
Eine Bank, die einen Baum umschließt, braucht in der Mitte genug Platz für Stamm und Wachstum. Sie darf den Baum weder berühren noch seine Wurzeln unnötig belasten. Ich plane zwischen Stamm und innerer Sitzkante zunächst mindestens 10 bis 15 Zentimeter Abstand ein. Bei einem jungen Baum oder einer Art mit kräftigem Dickenwachstum sollte der Abstand größer sein. Die Bank wird nicht am Stamm befestigt; sie steht eigenständig auf dem Boden.
Für eine bequeme Sitzfläche haben sich etwa 44 bis 46 Zentimeter Sitzhöhe und 40 bis 45 Zentimeter Sitztiefe bewährt. Bei einer Bank rund um einen Baum ist die Tiefe nicht überall gleich angenehm: Die inneren Sitzplätze liegen näher am Stamm und sind meist etwas enger, während die äußeren Plätze mehr Bewegungsfreiheit bieten. Mit einer Tiefe von ungefähr 42 Zentimetern liegt man für eine Gartenbank meist gut. Vor dem Bau lohnt es sich, die Maße mit einem Stuhl oder einer provisorisch ausgelegten Bretterfläche zu testen.
Auch die Form sollte zur Umgebung passen. Ein echter Kreis ist nicht zwingend nötig. Eine achteckige Bank sieht aus normaler Entfernung rund aus, lässt sich aber wesentlich einfacher aus geraden Brettern zusammensetzen. Sechs Segmente ergeben weniger Verbindungen, wirken allerdings grober. Acht Segmente sind für einen ersten Bau ein guter Kompromiss aus ruhiger Form und handhabbaren Einzelteilen.
Maße planen, bevor die Säge läuft
Für die Planung zeichne ich zuerst den Baumstamm, den gewünschten Freiraum und die Sitzfläche von oben auf. Entscheidend sind dabei drei Radien: der Abstand bis zur inneren Sitzkante, der Abstand bis zur äußeren Sitzkante und der mittlere Radius der Sitzfläche. Bei 42 Zentimetern Sitztiefe liegen innerer und äußerer Radius jeweils 21 Zentimeter innerhalb beziehungsweise außerhalb des mittleren Radius.
Bei einer achteckigen Bank wird jedes Segment um 45 Grad gedreht. Die Bretter der Sitzfläche bilden deshalb keine Rechtecke, sondern Trapeze. Ihre Breite an der Außenkante ist größer als an der Innenkante. Für eine überschlägige Berechnung kann man die jeweilige Kantenlänge mit der Formel 2 × Radius × tan(22,5°) bestimmen. Das klingt zunächst mathematisch, verhindert aber einen häufigen Fehler: Werden alle Bretter gleich breit zugeschnitten, laufen die Fugen zum Baum hin zusammen oder nach außen auseinander.
Ich würde die Maße nicht allein aus der Rechnung übernehmen. Bauen Sie ein Segment aus Pappe, dünnen Restleisten oder einer günstigen Bauplatte und legen Sie es an den geplanten Standort. So sehen Sie früh, ob die Bank zu groß wirkt, ob der Stamm genügend Luft hat und ob die Sitzfläche an den Segmentstößen sauber zusammenläuft. Eine kleine Abweichung am Pappmodell kostet nichts; dieselbe Abweichung in Hartholz ist ärgerlich.
Holz und Verbindungsmittel passend auswählen
Für eine Bank im Freien eignen sich beispielsweise Lärche oder Douglasie. Beide sind relativ widerstandsfähig, verändern sich draußen aber trotzdem durch Sonne und Feuchtigkeit. Das Holz sollte möglichst gerade und trocken sein. Stark verdrehte Bretter machen es schwer, die Sitzfläche eben zu montieren. Für tragende Teile verwende ich kräftigeres Material als für die Sitzlatten; als grobe Orientierung sind 30 bis 40 Millimeter starke Sitzbretter und stabile Unterzüge sinnvoll. Die endgültigen Querschnitte hängen von Spannweite und Konstruktion ab.
Bei den Schrauben sollte man nicht sparen. Für eine dauerhaft draußen stehende Bank sind Schrauben aus Edelstahl eine gute Wahl; in Küstennähe oder bei besonders anspruchsvoller Witterung ist A4-Edelstahl oft die passendere Variante. Vorbohren reduziert das Risiko, dass die Bretter an den Enden aufreißen. Schraubenköpfe dürfen nicht überstehen, sollten aber auch nicht so tief versenkt werden, dass sich dort Wasser sammelt.
Zwischen den Sitzbrettern lasse ich etwa fünf bis sieben Millimeter Abstand. Dadurch kann Regenwasser ablaufen und die Fläche trocknet schneller. Alle Schnittkanten, besonders die Stirnseiten, bekommen vor der Montage einen geeigneten Holzschutz. Eine dicke, geschlossene Lackschicht ist draußen nicht immer die bequemste Lösung: Wenn sie beschädigt wird, muss man die Stelle gründlich anschleifen. Öl oder eine offenporige Lasur lassen sich meist unkomplizierter auffrischen.
Die Segmente bauen und trocken anpassen
Für eine achteckige Bank schneide ich zuerst eine einfache Lehre für den 45-Grad-Winkel. Eine Kapp- und Gehrungssäge erleichtert die Arbeit, doch auch mit einer Handkreissäge und einer Führungsschiene lassen sich saubere Schnitte erzielen. Die Sitzlatten werden je Segment trapezförmig zugeschnitten und auf einer ebenen Fläche ausgelegt. Dabei arbeite ich von der inneren zur äußeren Kante und kontrolliere nach jeder Reihe, ob die Abstände gleich bleiben.
Unter die Sitzfläche kommen mehrere radiale Träger, also Hölzer, die vom inneren zum äußeren Rand des Segments verlaufen. Sie tragen die quer dazu liegenden Sitzlatten. Für ein Segment sind drei solcher Träger eine solide Ausgangslösung: einer nahe der inneren Kante, einer ungefähr in der Mitte und einer nahe dem äußeren Rand. Die Träger sollten so angeordnet sein, dass die Sitzbretter nirgends unnötig weit frei überstehen. Je nach Segmentbreite und Holzstärke kann ein zusätzlicher Träger sinnvoll sein.
Bevor ich endgültig verschraube, lege ich alle Segmente am Boden zu einem Ring zusammen. Das ist der Moment, an dem sich kleine Ungenauigkeiten noch korrigieren lassen. Stimmen die Außenkante und die Innenöffnung? Bleibt zwischen den Segmenten ein gleichmäßiger Abstand? Die Teile sollten sich ohne Gewalt zusammenfügen. Muss man ein Segment mit einer Schraubzwinge in Form ziehen, stimmt meist ein Winkel oder ein Zuschnitt nicht.
Unterbau, Beine und Montage am Standort
Die Beine sitzen am besten unter den tragenden Trägern, nicht irgendwo an einer dünnen Sitzlatte. Bei einer achteckigen Bank kann jedes Segment eigene Beine erhalten oder sich mit dem Nachbarsegment eine Stütze teilen. Für den ersten Bau ist eine eigenständige Abstützung pro Segment einfacher zu montieren und später leichter auszutauschen. Die Beine müssen nicht senkrecht stehen, sollten aber auf einem festen, ebenen Untergrund aufliegen. Auf weichem Rasen sinken sie sonst unterschiedlich tief ein und die Sitzfläche verzieht sich.
Am Standort entferne ich nur so viel Gras und lockere Erde, wie nötig ist, und richte die Auflagepunkte sorgfältig aus. Kleine Betonplatten oder geeignete Gehwegplatten unter den Beinen verhindern direkten Erdkontakt und helfen, die Konstruktion gerade zu halten. Dabei sollte die Bank nicht wie auf einem Sockel wirken: Die Auflagen bleiben möglichst unauffällig, aber jede Stütze muss wirklich tragen. Ein leichter Höhenunterschied lässt sich mit einer festen Unterlage ausgleichen; lose Holzkeile sind draußen keine dauerhafte Lösung.
Die Segmente werden zunächst nur locker miteinander verbunden. Wenn der Ring ausgerichtet ist, prüfe ich die Sitzhöhe an mehreren Stellen und ziehe die Verbindungen schrittweise fest. Besonders bei einer Bank um einen Baum darf die Innenkante nicht versehentlich am Stamm oder an einer Wurzel anliegen. Der Abstand sollte auch nach dem Verschrauben bestehen bleiben. Eine abnehmbare oder leicht lösbare Segmentverbindung ist hier praktisch, weil sich die Bank bei Bedarf versetzen oder erweitern lässt.
Was sich bei der ersten Nutzung zeigt
Nach der Montage lohnt sich eine Runde mit dem eigenen Körpergewicht: Setzen Sie sich nacheinander auf die Segmentmitten und auf die Verbindungen. Gibt etwas nach, müssen Träger oder Beine verstärkt werden. Wackelt die ganze Bank, liegt das oft nicht an zu dünnem Holz, sondern an einem unebenen Auflager. Prüfen Sie auch, ob die Schrauben bündig sitzen und ob die Sitzfläche irgendwo Wasser halten könnte. Scharfe Kanten an der Vorderseite lassen sich mit Schleifpapier brechen; eine kleine Rundung fühlt sich an den Oberschenkeln deutlich angenehmer an.
Im ersten Jahr kontrolliere ich die Schrauben nach einigen Wochen und dann noch einmal nach dem Winter. Holz arbeitet, und eine Verbindung, die bei der Montage fest war, kann sich etwas setzen. Das ist kein Grund zur Sorge, solange nichts reißt oder dauerhaft wackelt. Bei einer Bank rund um einen Baum gehört außerdem der Blick auf den Stamm zur Pflege: Wird der Abstand knapp, ist es Zeit, einzelne Segmente zu versetzen oder die Bank neu zu bauen. Eine gute Konstruktion macht genau das möglich, ohne dass man den Baum in eine Form zwingt, die ihm nicht gehört.
Foto von Renan Guedes auf Unsplash
Ein Faible für gemütliche Ecken, natürliche Farben und Möbel mit Geschichte. Beim Einrichten zählt nicht der neueste Trend, sondern das Gefühl, dass ein Raum wirklich zu seinen Bewohnern passt.
